13. April 2020

Tageslosung

Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.

1. Mose 32,2

Der Engel sprach zu den Frauen: Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen.

Matthäus 28,5.7

Die Erde ist schön, und es lebt sich leicht im Tal der Hoffnung.

Gebete werden erhört. Gott wohnt nah hinterm Zaun.

Die Zeitung weiß keine Zeile vom Turmbau. Das Messer findet den Mörder nicht. Er lacht mit Abel.

Nicht irr surrt die Fliege an tödlicher Scheibe. Alle Wege sind offen. Im Atlas fehlen die Grenzen.

Das Wort ist verstehbar. Wer ja sagt meint ja, und ich liebe bedeutet: jetzt und für ewig.

Der Zorn brennt langsam. Die Hand des Armen ist nie ohne Brot. Geschosse werden im Flug gestoppt.

Der Engel steht abends an Tor. Er hat gebräuchliche Namen und sagt wenn ich sterbe: Steh auf:

(Entwurf für ein Osterlied von Rudolf Otto Wiemer)

Wenn ich solche Gedanken in solcher Sprache vermittelt bekomme, dann erscheinen mir meine eigenen Beiträge doch ziemlich kleingekocht. Sind und bleiben sie auch heute. Warum auch nicht. Die kleinen Dinge zu Ostern sind auch nicht zu verachten.

Am Samstag ein Spaziergang am Rand des Sauerlandes auf einem Weg, den wir schon zigmal gegangen sind. Und auf einmal steht da eine Bank, roh zusammengehauen, dazu ein Tisch und noch ein paar Sitzgelegenheiten. Beim Näherkommen sieht man die Aufschriften.

Falls die Beschriftung nicht gut zu lesen ist:
Behandelst du es wie dein Eigentum,
darfst du gerne hier ruhn.
Kommen wir selbst dann mal vorbei,
es wäre schön, es wäre ein Plätzchen frei.

Gestern früh zur Gottesdienstzeit war auch das Paul-Gerhardt-Haus geöffnet. Ich hatte meine Posaune mitgenommen, denn ich wollte mich der Aktion anschließen, dass überall um 10.15 h „Christ ist erstanden“ gespielt werden solle.
Um 10.15 h waren wir zu fünft, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie die 4 anderen darauf gekommen sind. Zufälle gibt es. Gut, dass das Wetter mitgemacht hat. Und trotz großem Abstand wäre sogar noch Platz für mehr Bläser gewesen. Hier der Beweis:

Abends dann noch das Bild von 2 Freunden aus Erwitte, die vor dem Haus Musik machen, sogar mit Verstärker für die Gitarre. Und bei uns in der Straße schon langsam Konzertcharakter. Wobei mir ein Satz besonders Spaß gemacht hat. „Das ist zwar nicht meine Art von Musik, aber ich finde das gut.“

Eine Email von einer alten befreundeten Mitarbeiterin, alt im Blick auf die Zeit, die seitdem vergangen ist. Denn alt ist die nicht, das zeigt der Anhang mit einem Gedicht von Kurt Marti: „Das könnte den Herren der Welt ja so passen.“

Und dann waren da noch die Freunde aus Erwitte, die extra losgefahren sind, um aus dem Auto heraus unserer Musik vor der Haustür um 18.00 h zu hören.
Und die beiden Presbyterinnen hier am Ort, die das in unserem Kirchraum so liebevoll und prima gemacht haben.
Und der Presbyter aus Erwitte, der jetzt die Online-Andachten richtig professionell ins Netz bringt, der mir aber jedes Jahr zu Ostern mit seinem Gruß einfällt: „Buenos Aires – Schöne Ostern.“
Und das wird es bei all diesen Dingen für mich.

Sicher immer noch kleingekocht, das Ganze. Aber in Zeiten, wo man endlich mal nicht dauernd was von oder über die AFD hört, da muss man die „Leerstellen“ doch schnell mit was anderem füllen.